Landesstelle Oberösterreich

Seminar: Die Verantwortung des Vorgesetzten

Die Verantwortung des Vorgesetzten war das Generalthema des Seminars, welches am 3. September 2002, Kollegen der Landesstelle Oberösterreich besuchten.
Wir konnten zwei zu diesem Thema äußerst kompetente Vortragende der AUVA zu diesem Themenkreis gewinnen.

Herr Ing. Erwin Wiesmüller informierte uns nach der Begrüßung über die Aufgaben der AUVA (Allgemeine Unfallversicherungsanstalt) und über Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit dem Unfallverhütungsdienst.
Anspruch auf Leistung haben in Österreich ca. 4,25 Mio. Versicherte.
Prävention umfasst das Service, die Beratung, Schulung und Zusammenarbeit mit Betrieben.
Unfallheilbehandlung: Die AUVA unterhält sieben Unfallkrankenhäuser in Österreich, sowie rund 900 Betten für Rehabilitation. Dabei werden pro Jahr mehr als 300.000 Verletzte behandelt. Auch werden für 70.000 Versehrte und deren Angehörige Entschädigungen bezahlt. Die Einnahmen der UAVA betragen rund 944 Millionen Euro.
Wichtigste Aufgaben sind daher die Vermeidung von Arbeitsunfällen und beruflich bedingte Krankheiten.

Häufigste Unfallursachen bei Arbeitsunfällen sind

Lärmschwerhörigkeit und Hauterkrankung sind die häufigsten Berufskrankheiten.
Ing. Wiesmüller gibt einen Überblick, wie man die Gefahren ermittelt (auf Verkehrs- und Transportwegen, durch Maschinen und Arbeitsmittel, Belastung durch Lärm) und daraus Maßnahmen zur Vermeidung erarbeitet und umsetzt.

Sehr anschaulich wird uns vor Augen geführt, wie leichtsinnig manche Mitarbeiter und Kollegen manchmal bei der Arbeit sind und welche Gefahren sich daraus entwickeln.
Bei der Weiterbildung der Mitarbeiter muss auch als Lernziel die Sicherheit geschult werden.
Auch die Schüler und Studenten genießen bereits den Schutz der sozialen Unfallversicherung.
Die Vorgesetzten sind in den Betrieben für alle Mitarbeiter, daher auch für Mitarbeiter von Leiharbeitsfirmen verantwortlich. Ach für diese gelten die Schutzgesetze.
Abschließend stellt Herr Ing. Wiesmüller fest, dass jeder Arbeitsunfall und jede Berufskrankheit bei genügender Vorsicht und Vorsorge vermeidbar ist.

Nach der Pause begann Mag. Dr. Bernhard Albert uns über die Schadenersatzansprüche und Haftung nach Arbeitsunfällen nach der geltenden Gesetzeslage zu informieren. Übergeordnet sind Führungskräfte in den Betrieben verantwortlich für

Die Haftung nach Arbeitsunfällen nach dem Verwaltungsstrafrecht trifft den Geschäftsführer, dieser kann aber verantwortliche Beauftragte bestellen.

Die Gesetze und Weisungen sind vorwiegend im Arbeitnehmerinnen-Schutzgesetz zusammengefasst.
Im Justizstrafrecht verlangt der Gesetzgeber, dass man sich "wie ein maßgerechter Mensch" verhält, welcher alles weiß, alles kann und keine Fehler macht. Bei Abweichungen und Unfällen haftet der Arbeitgeber, aber auch der Kollege

Bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit ist die Sozialversicherung berechtig und verpflichtet die Kosten von den schuldhaften Personen zu regressieren.
Drei Juristen (einer davon ist Mag. Dr. Albert) alleine in Oberösterreich, sind damit beschäftigt diese Verfahren abzuhandeln.
Die derzeit von den Gerichten praktizierte Höchstbeträge belaufen sich bis zu EUR 124.000. Tendenz steigend. Sert viel Geld für den Verurteilten, wenn man aber gegenüberstellt, welchen Aufwand ein ständig Arbeitsunfähiger oder behinderter Mitarbeiter in seinen weiterem Leben der Allgemeinheit kostet, sind dies Beträge logisch.

Herr Mag. Dr. Albert zeigt uns rechtswirksame Fallbeispiele au seiner Praxis. Dabei sahen wir welch banale Verfehlungen (Z.B. Hochheben eine Person durch eine Stapler ohne zugelassen Korb) zu schwersten Verletzungen führen können. Das dies nicht erlaubt ist weiß vermutlich jeder, dennoch gibt es diese Verfehlungen.
Generell wurde uns vor Augen geführt, wie wichtig es für alle ist, ständig, auch im privaten Bereich, auf die Sicherheit und Unfallvermeidung zu achten.

Zusätzliche Informationen können alle unter www.auva.sozvers.at ersurfen.

H. Rescheneder

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