Verbandsreise - Frankreich 2005

Auch die Bretagne hatte ihre Schönheiten

Nach den verschiedenen Fernreisen der letzten Jahre führte uns die diesjährige Verbandsreise zu den Schönheiten innerhalb der Europäischen Union. Hier musste auf keinerlei Einreiseformulare Rücksicht genommen werden. Dazu trafen sich am Samstag den 23. April 24 interessierte Teilnehmer am Flughafen um den kurzen Flug nach Frankreich anzutreten. Der europäische Wetterdienst stellte uns keine gute Prognose. Da es aber kein schlechtes Wetter gibt sondern nur falsche Kleidung waren auch alle dementsprechend mit eher wärmerer regen abweisender Kleidung ausgerüstet. Nach einem kurzen Flug mit einem Getränk und Kekschen als Verpflegung an Bord der Air France kamen wir wohlbehalten in Paris an. Hier wartete bereits unsere sehr quirlige Reiseleiterin Renate, eine geborene Steirerin. Nach angeblichen Regen am Morgen zeigte sich nun das Wetter von der besten Seite und so konnten wir auch unseren Regenschutz eingepackt lassen. Nach dem ersten französischen Essen ging es zur Stadtrundfahrt. Louvre, alte Oper, Place de la Concorde, Champs Elyssèes, Triumphbogen sowie zum Eiffelturm von unten, da eine Auffahrt aus Zeitmangel, bedingt durch die Menschenschlangen zeitlich nicht möglich war. Nach der informativen Fahrt durch das Zentrum von Paris bezogen wir unser Quartier und machten bei einem anschließenden Rundgang zum ersten Mal mit den französischen Preisen Bekanntschaft (ein halber Liter Bier € 7,-).

Am Sonntagmorgen gab es bereits den ersten Regen und so rückten wir planmäßig aber mit Regenschutz aus um Versailles, das geschichtsträchtige Schloss und seinen wunderschönen Schlossgarten zu besichtigen. Als kleines Jagdschloss von seinem Vater gebaut, ließ Ludwig der XIV. (der Sonnenkönig) einen der größten Paläste errichten. Die Pracht, die das Schloss im Inneren entfaltet, beeindruckt jeden Besucher. Der dazugehörende Schlosspark wird als vollendetes Beispiel der französischen Gartenbaukunst des 17. Jahrhunderts bezeichnet. Da wir die Besichtigung für Sonntag geplant hatten konnten wir auch die wunderschönen Wasserspiele genießen. Gegen Mittag hörte der Regen auf und so konnten wir unser Nachmittagsprogramm "Paris Historisch" im trockenen fortsetzen. Mit Kopfhörern ausgerüstet ging es am ehemaligen Schloss der franz. Könige "Conciergerie" vorbei zur berühmten gotischen Kathedrale "Notre Dame", und weiter am Rathaus und an zahlreichen Palästen vorbei bis zur neuen Oper. Die noch nicht genug hatten gingen nach dem Nachtmahl zu der sehenswerten Nachtvorstellung ins Moulin Rouge. Ende der Vorstellung war um 2 Uhr Morgens.

Am nächsten Morgen, holte uns der Busfahrer Georg ab um uns die nächsten Tage zu begleiten Durch die kurze Nacht, etwas unausgeschlafen ging es nun über Chartres, wo wir die Kathedrale besichtigten, nach Le Mans. In Le Mans, bekannt durch die seit 1923 durchgeführten 24-Stunden Rennen, besichtigten wir das sehenswerte Automuseum. Dabei konnten wir die Entwicklung des Autobaues seit seiner Entstehung verfolgen. Ein Stück weiter liegt Rennes das Tor zur Bretagne. Hier besuchten wir die imposante Kathedrale St.Pierre und die vom Stadtbrand (1720) verschonten mittelalterlichen Häuser. Im Inneren wirkt die 1787 - 1844 erbaute Kirche trotz der Verwendung von viel Stuck und Vergoldung eher düster. Nach all den Besichtigungen ging es in Richtung St. Malo, unserem Tagesziel wo wir ein herrliches Hotel direkt an der Küste bezogen. Hier beträgt der Unterschied zwischen Ebbe und Flut beträgt hier gewaltige 8-13m.

Am Dienstagmorgen zeigte sich die Sonne und so entschlossen wir uns St. Malo näher in Augenschein zu nehmen und anschließend der Küste entlang nach Mont-Saint-Michel zu fahren. St. Malo ist von einem Mauerring umgeben und wird daher auch "Villa close" genannt. Ursprünglich lag die Stadt auf einer Insel, heute ist sie durch zwei Dämme an das Festland angebunden. Ein Spaziergang auf der Mauer zeigte uns die schöne Lage dieser Stadt. Bei einem Halt in Cancane einem Ort an der wunderschönen Atlantikküste gab es natürlich auch eine Kostprobe der hier gezüchteten Austern. Unser heutiges Ziel war aber der legendäre Klosterfelsen "Mont-Saint-Michel", der einschlich des auf der Spitze stehenden Erzengel Michael eine Höhe von 150 Metern hat. Bereits im 8. Jh. wurde auf der Felseninsel eine Kapelle errichtet. Bis zum 14. Jh. entstanden bereits die ersten Festungsanlagen und eine weitere Abtei. Heute steht die Anlage auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes. Bei der Führung in Englisch holte jeder seine noch spärlich vorhandenen Schulkenntnisse hervor. Im Inneren des Klosters konnten wir dann die einzelnen Bauabschnitte genau erkennen. Anschließend ging es über Dinan zurück nach St. Malo.

Heute war die Fahrt entlang der Küste und für Techniker das Gezeitenkraftwerk am Programm. Da wir aber erst später in das Kraftwerk konnten ging es zuerst zum Cap Frehel einer herrlichen felsigen und zerklüfteten Steilküste. Der anschließende Besuch des Kraftwerkes war für uns Techniker etwas enttäuschend. Die Innenanlage, den Bau sowie den Betrieb konnten wir leider nur in Filmen beobachten. In Morlaix, unserem Tagesziel bestimmt ein zweistöckiger 285m langer Eisenbahnviadukt aus dem Jahre 1861 das Ortsbild. In der Altstadt gibt es noch schöne Fachwerksbauten.

Der Donnerstag war wieder ein Regentag und so mussten wir die Rundfahrt zu den Pfarrbezirken mit dem Regenschirm beginnen. St-Thègonnec ist vermutlich der berühmteste Pfarrbezirk. Der kleine Ort war eine der reichsten Kirchengemeinden im Léon. Blickfang ist hier der erst 1610 errichtete Kalvarienberg mit seiner ausdrucksvollen Figurengruppe und die Krypta mit der Grablegungsszene aus lebensgroß geschnitzten Figuren. Als nächstes besuchten wir Guimiliau den zweitgrößten Pfarrbezirk der Bretagne wo über 200 aus Granit geschaffene Figuren aus dem 15. Jh. stehen. In 25 Szenen stellen sie die Passion Christi von der Verkündigung bis zur Auferstehung dar. Die reich ausgestattete Kirche St-Miliau mit ihren sehenswerten Schnitzarbeiten wurde im 16. Jh. erbaut. Einen kurzen Halt gab es noch in der Hafenstadt Concarneau mit seinem "geschlossenen" Altstadtkern. Sie ist ringsum von einem mächtigen, mit Türmen bewehrten Mauerring aus dem 16. und 17. Jh. umgeben. Ende des 18. Jh. erlebte die Hafenstadt mit einer Flotte von 300 Schiffen ihre Blütezeit. Über Locronan ging unsere Fahrt nach Quimper dem heutigen Tagesziel. Diese Königs- Herzogs- und alte Bischofsstadt hat sich noch ihren Charakter bewahrt und zählt zu den "bretonischsten" aller Städte. Den Mittelpunkt bildet die von 1239 bis ins 15. Jh. erbaute gotische Kathedrale mit ihren beiden 76m hohen Türmen. Westlich der Kathedrale ersteckt sich das alte Stadtzentrum mit seinen hübschen Fachwerksbauten.

Am vorletzten Tag führte uns der Weg entlang der "wilden Küste" bis nach Nantes. Unser erster Halt war aber in Carnac dem "Mekka" der Megalithkultur. Die Megalithkultur (von griechisch megas = groß, lithos = Stein), wie ein englischer Schriftsteller des 19. Jh. die Epoche der großen Steindenkmäler bezeichnete, beruht in der Bretagne auf Menhiren (von bretonisch men = Stein, hir = lang). Ein Menhir ist ein aufrecht stehender Monolith. In einer Linie, manchmal kilometerlang angeordnete Menhire, wie hier in Carnac bezeichnet man als Alignement. Im zweiten Weltkrieg hielten amerikanische Gis die Menhire für deutsche Panzersperren. In Quiberon bekamen wir durch die starke Brandung einen Eindruck von der "wilden Küste". Vanes war unser nächster Halt. Diese mittelalterlich anmutende Stadt mit ihrer Stadtmauer umgeben Altstadt erstreckt sich um die Kathedrale St-Pierre, an der vom 13. JH - 19. Jh. gebaut wurde. Ein schöner Blick war die Stadtmauer und Waschhäuser am Stadtgraben. Vorbei an Feldern zur Salzgewinnung ging es nach Nants unserer letzten Nächtigung. Die Stadt hat ein mit einem Wassergraben umgebenes wehrhaftes Herzogschloss. An dem bereits 1466 zu bauen begonnen wurde. Die Kathedrale überragt mit seinem 102m langen und ungewöhnlichen 37m hohen Hauptschiff die Umgebung, Trotz der 450 Jahre andauernden Bauzeit wirkt der Bau sehr einheitlich.

Am letzten Tag legte unser Georg auf der Autobahn einen Zahn zu um rechtzeitig den Flughafen zu erreichen. Schließlich waren noch 400 km zu überwinden. Rechtzeitig, um ca. 14 Uhr am Flughafen angekommen ging es zum einchecken. Damit ging auch, die bereits 14. Flugreise des Verbandes seinem Ende entgegen. Bei dieser Reise hatte uns das obligate Wetterglück zwar verlassen, wir konnten aber unser Programm, durch die Bretagne mit ihren besonderen Reizen, trotz allem durchziehen.

Eisenkölbl

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