Landesstelle Oberösterreich

Exkursion bei der Firma Fronius International GmbH

Fronius International GmbH, erfolgreicher Systemanbieter und Technologieführer für Schweißtechnik mit der jungen Sparten Solarelektronik, ist mittlerweile Europas zweitgrößter Solar-Wechselrichterhersteller und Erzeuger von Batterieladesysteme.

Dieses Hightech Unternehmen mit über 1.400 Mitarbeitern mit den Hauptwerken in Wels besichtigten fast 30 Kollegen im März 2006.

Frau Susanne Unterholzer begrüßte uns im Werk 1 in Wels Thalheim. Hier ist die Metall- und Kunststofffertigung, die Pulverbeschichtung, sowie die Vor- und Montage der Schweißgeräte angesiedelt.

Als die Firmengründer Günter und Friedl Fronius im Jahre 1945 in einer Reparatur-Werkstätte für Elektrogeräte im OÖ Almtal die ersten Batterieladegeräte und Schweißtransformatoren bauten, wussten sie noch nicht welchen Weltkonzern sie in den nächsten Jahren aufbauen werden.

Heute ist Fronius Marktführer in der Schweißtechnik. Die Qualität der Geräte ist von allen Anwendern bestätigt. Anfang der 80er Jahre brachte Fronius das Hochleistungs - MAG-Schweißverfahrens T.I.M.E auf den Markt, mit dem erstmals sehr hohe Schweißgeschwindigkeiten möglich wurden.

Anfang der 90er Jahre wurden je ein Werk in Kiew (Ukraine) und in Krumau (Tschechien) eröffnet. Ab 1995 gründete Fronius die Geschäftsfelder Energie & Umwelt mit den Themenschwerpunkten Photovoltaik und Batterieladesysteme. Gerade die Photovoltaik erlebt durch die knapper werdenden Ressourcen an Erdöl große Zuwächse. In dieser Zeit brachte Fronius auch ein leichtes nur 4,2 kg schweres tragbaren Elektroden-Handschweißgerätes auf den Markt (TransPocket 1400). Die Entwicklungen und Neuerungen gehen ständig weiter.

Beim Rundgang sahen wir wie auf Lasermaschinen blitzschnell auch komplizierte Konturen geschnitten, auf Kantmaschinen gebogen werden. Die mechanische Fertigung sowie der Vorrichtungsbau sind auch modernst eingerichtet. Nach dem Verschweißen durchlaufen die vorgefertigten Gruppen die Pulverbeschichtung. Nach dem Beschichten wird mit 180° eingebrannt. Eine eigene Abteilung ist der Siebdruck, wo aufwendig und per Hand das rote Fronius Logo aufgebracht wird.

In der nächsten Halle werden Kabelbäume gefertigt. Auch erfolgt hier die Vor- und Montage der Schweißgeräte. Bei dieser exakten Arbeit bringen auch viele Frauen ihre Kenntnisse ein.

Generell sind viele Frauen bei Fronius beschäftigt. Dies sahen wir nach kurzer Fahrt im Werk 3. In der Leiterplattenfertigung ist höchste Sauberkeit obligat. Die Automaten werden vorwiegend von Frauen bedient und überwacht. Ein Teil der Leiterplatten werden maschinell bestückt, aber auch viele händische Arbeitsschritte sind noch notwendig. Die Prüfung müssen 100% der Platinen durchlaufen.

Nach Eingang der Bestellungen wird in die Schweißgeräte die notwendige Software eingespielt, alle Komponenten vormontiert und geprüft.

Im Trainingszentrum wurde für uns eine Schweißvorführung mit der neuesten Entwicklung dem CMT-Verfahren bewilligt. CMT steht für Cold Metal Transfer (Kalter Werkstoff-Übergang). Die besondere Innovation ist, dass erstmals verzinkter Stahl mit Aluminium verschweißt werden kann.
Die Vorteile des Verfahrens können alle Interessierte unter: Cold Metal Transfer - ein neuer Prozess in der Fügetechnik nachlesen. Die Einsatzmöglichkeiten dieses Verfahrens ist vermutlich überall wo Alu und Stahl eingesetzt werden und Gewicht gespart werden muss. Autoindustrie, Motorbau, Flugzeugtechnik, Maschinebau und unzählige andere Anwendungsfälle.

Bei der Firmenpräsentation erfuhren wir, welche Positionen die Personen der Familie Fronius vorstehen, dass die heutigen Eigentümer den Fronius - Konzerns als Familienstiftung "Günter und Friedl Fronius" führen und verschiedene Kennzahlen. Heute ist Fronius ein international erfolgreiches Hightech Unternehmen mit rund 200 Patenten.

Sie haben Vertriebsgesellschaften und Repräsentanten in vielen Staaten der Erde. Erst vor kurzem wurde eine Niederlassung in Mexiko eröffnet.

Gesamtumsatz über EUR 200 Mio, mehr als 10% davon werden in die Forschung investiert. Exportquote 85%. Rund 100 Lehrlinge werden auf die Aufgaben und Anforderungen der nächsten Jahre vorbereitet. Der Standort "Österreich" hat besondere Bedeutung, wird doch gerade in Sattledt ein Werk gebaut. Fronius errichtet dort gerade die größte Fertigungs- und Logistikeinheit im Konzern für mehr als 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Als Energieversorgung wird eine Photovoltaik-Anlage mit 500 kW errichtet, sowie eine Biomasse - Heizung.
Optimale Rahmenbedingungen auch für die Mitarbeiter sind nicht nur ein Schlagwort bei Fronius. Denn zufriedene Mitarbeiter schaffen zufriedene Kunden. In der neuen Firma sind Betriebsrestaurant, Fitnessraum, Kindergarten eingeplant.

Beim Anschlussgespräch konnten wir uns bei Frau Unterholzer bedanken. Sie präsentierte Fronius äußerst kompetent, auskunftsfreudig und charmant.

Hubert Rescheneder

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