Landesstelle Oberösterreich

Exkursion bei KTM Fahrrad GmbH und KTM Sportmotorcycle AG

Wir wollten die Geburtsstätte der KTM Motorräder und KTM Fahrräder einmal live ganz aus der Nähe erleben. Daher besichtigten wir beide Firmen am Freitag, 11. Oktober 2002.
Das Unternehmen KTM wurde von der Familie Trunkenpolz in Mattighofen gegründet. KTM bedeutet "Kraftfahrzeuge - Trunkenpolz - Mattighofen. Heute sind die beiden Firmen in verschiedenen Besitzverhältnissen.

Die KTM Fahrrad GmbH ist im Besitz der Familie Chen. In diesem Unternehmen werden Mountain Bikes, Trekking Bikes und Stadt Räder mit sehr hoher Wertschöpfung hergestellt.

Wichtigstes Kriterium bei Fahrrädern ist die Rahmengröße und die Rahmengeometrie. Deswegen gibt sich KTM besonders viel Mühe und bieten viele verschiedene Ausführungen.

Die Fahrradrahmen werden aus leichten Aluminium-Legierungen oder aufwendig vergütetes Chrom-Molybdän hergestellt. Das Schweißverfahren: Wolfram Inert Gas (WIG).
Die mehrschichtige Lackierung wird mit strapazierfähiger UV-versiegelt. Verwendet werden umweltschonende, wasserlösliche Lacke.

Das Herz eines Fahrrades ist das Rad. Die Hohlkammerfelgen sind aus hochwertigem Aluminium, die Speichen aus Schweizer Edelstahl. Sehen konnten wir auch das Einspeichen: Straff, absolut gleichmäßig und extrem pingelig montieren und zentrieren hier Frauen diese diffizilen Arbeitsgänge. Roboter übernehmen die Feinjustierungen der Speichen. Auch ein KTM-Fahrrad wird am Fließband, dennoch mit einem besonders hohen Anteil an Handarbeit, montiert.
Der Ausstoß beträgt pro Minute ein Fahrrad, ca. 500 Stk jeden Tag. Es montieren vorwiegend junge Mitarbeiter.
Bei der Fahrsicherheit werden keine Kompromisse erlaubt: Neben dem bereits angesprochenen, genau für Kunden passenden Rahmen sind vor allem Bremsen und Beleuchtung von Bedeutung. An einem KTM-Fahrrad finden Sie deshalb nur hochwertige und zuverlässige Bremsanlagen, sogar auf Wunsch mit einem speziellen Bremskraft-begrenzer. Das ermöglicht die Bremse immer sehr feinfühlig zu dosieren. Ein versehentliches "Überbremsen" und dadurch wegrutschen des Vorderrades wird verhindert. Die bei vielen Modellen verwendete Halogen-Lichtanlage hat eine sehr hohe Lichtausbeute und sorgt dafür, dass der Biker gut sehen kann und gesehen wird. Eine weitere Option, das patentierte ASR (Automatic Stay Release) verhindert ein Blockieren des Vorderrades, sollten sich Fremdkörper zwischen Rad und Schutzblech verfangen. Als weitere Option sahen wir den in die Vorderradnabe eingebetteten Dynamo. Diese hohen Qualitätsanforderungen an ein KTM-Bike rechtfertigen auch einen etwas höheren Preis. Vertrieben werden die Fahrräder nur über den Fachhandel.

Anschließend wechselten wir in die Hallen der KTM Sportmotorcycle AG.
Vorwiegend werden Geländemotorräder in allen Leistungsklassen, angefangen von Minicycle ab 50 ccm für Kinder über Motocross bis zur Serie Adventure. Neuerdings baut der Mattighofener Motorradhersteller KTM auch Strassen - Motorräder. Jedes Jahr erhöhte sich der Umsatz und die Stückzahlen. Im letzten Jahr wurden mehr als 60.000 Maschinen gebaut und verkauft. Schwerpunkt bleibt allerdings vorläufig der Geländebereich. Die Produktion ist gleichmäßig ausgelastet, saisonelle Produktionsspitzen gibt es fast nicht. In den letzten zwei Jahren konnte der Umsatz sogar verdoppelt werden.
Die größten Einzelmärkte für KTM sind: die USA mit 13.900, Deutschland mit 6.800 sowie Australien mit 3.300 verkauften Motorrädern. Besonders erfreulich für das Unternehmen ist die überdurchschnittliche Steigerung bei den Rennsportmotorrädern.
Mit mehr als 1.100 Mitarbeitern wird ein Konzernumsatz von 230 Mio. Euro erwirtschaftet.

Zuerst sahen wir die Rahmenfertigung. Vorwiegend auf Schweißroboter werden die verschiedenen Rahmen der Motorräder geschweißt. Eine Besonderheit ist, dass ein Teil des Rahmens als Ölbehälter dient.
Ein eigener Bereich ist die Fertigung des Auspuffes. Wir staunten, wie viele Teile und Arbeitsschritte für die Herstellung notwendig sind und welch hoher Anteil davon auf Schweißen entfällt. Der komplette Auspuff - Handmade by KTM. Es ist die jahrelange Erfahrung, die sich hier bezahlt macht: in jeder einzelnen Auspuffbirne und jedem Enddämpfer. Damit wird auch der Sound eines Motorrades durch den Auspuff einzigartig. In der Blechteilefertigung werden verschiedenste Einzelteile und Gruppen welche für die Bikes notwendig sind erzeugt. In all diesen Abteilungen sieht man vorwiegend junge Mitarbeiter, der Frauenanteil ist dabei sehr hoch. Alle Metallteile durchlaufen anschließend die Lackierung.
Anschließend wechselten wir ins zweite Werk, zum KTM Fahrzeugassembling (Montage).
4 verschiedene Montagebänder garantieren maximale Flexibilität. Die Motore werden aus dem neu errichteten Werk aus Munderfing angeliefert. Im Lager wird immer 3 Tage vorher kommissioniert. Erzeugt werden täglich 320 Motorrädern.
Damit etwas richtiges rauskommt, muss jede Kleinigkeit passen. Daher hat natürlich das Qualitätsmanagement einen hohen Stellenwert.
Ein großer Anteil am Gesamtumsatz macht der Anteil an Serviceparts aus, da im rauen Betrieb im Gelände oft die maximale Leistung überschritten wird. Händler können per Internet ihre Ersatzteile selber bestellen und abrufen.
In eigenem Forschungs- & Entwicklungszentrum werden die erzeugten Motorräder und Motoren konstruiert.
KTM engagiert sich im Motorsport, um seinen Produkte zu positionieren und zu verkaufen. Legendär sind die Bemühungen und Erfolge bei der jährlichen Rallye Paris - Dakar, der längsten und härtesten Rallye der Welt, sowie bei verschiedensten Motocrossveranstaltungen. Nach rund 4 Stunden konnten wir uns in der Abschlussbesprechung bei den sehr kompetenten Führern, den Herren Lackerbauer und Grubmüller sehr herzlich bedanken.

Weitere Infos unter: www.ktm.at und www.ktm-bikes.at

H. Rescheneder

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