Landesstelle Wien/Niederösterreich

Besuch in der Österreichischen Nationalbank

Am 10. Mai nützten 20 monetär interessierte Personen die Gelegenheit eines Besuchs in der OeNB um sich über deren wesentliche Aufgaben zu informieren.

Frau Mag. Margarethe Juran führte die Gruppe nach einer betont gelösten Begrüßung zunächst in das Geldmuseum, wo wir eine mit einem Nennwert von 100.000 Euro versehene "Wiener Philharmoniker"-Goldmünze bewunderten. In einer Auflage von nur 15 Stück geprägt und aus über 31 kg Gold bestehend, stellt sie mit einem Durchmesser von 37 cm die derzeit größte Goldmünze der Welt dar.
Nächste Station war die Sonderausstellung "Beethoven und das Geld", wo uns Frau Mag. Juran das Musikgenie aus einem neuen Blickwinkel, nämlich als Menschen mit ganz gewöhnlichen finanziellen Alltagssorgen nahe brachte. Die Ausstellung gibt einen Einblick darin, auf welche Art und Weise Beethoven sein Geld verdiente. Immer wieder von Geldnöten geplagt, war er beim Erschließen neuer Einnahmequellen durchaus innovativ. Am 13. Juli 1819 erwarb Beethoven acht Aktien der erst drei Jahre zuvor gegründeten Privilegierten oesterreichischen National-Bank. Die Ausstellung gewährt mit vielen Dokumenten Einblicke in Beethovens Lebenswelt, die ihn als Menschen zeigen, der gegenüber modernen Erfindungen aufgeschlossen war.

In einem anschließenden, sehr anschaulichen und lebendigen Vortrag informierte Herr Mag. Dietmar Lasinger über die Aufgabengebiete und Strategien der OeNB.

Dazu gehört, im Rahmen des Eurosystems an einer stabilitätsorientierten Geldpolitik mitzuwirken, zur Sicherung der Finanzmarktstabilität in Österreich beizutragen sowie die österreichische Bevölkerung und Wirtschaft mit qualitativ hochwertigem und damit sicherem Bargeld zu versorgen. Weiters hält und verwaltet die OeNB Währungsreserven - d.h. Gold- und Fremdwährungsbestände - zur Absicherung des Euro in Krisenzeiten und erstellt Wirtschaftsanalysen sowie Statistiken.

Im Rahmen der Währungsunion ist die Geldpolitik zentrale Aufgabe des unabhängigen Europäischen Systems der Zentralbanken (ESZB). Die OeNB ist durch die Teilnahme ihres Gouverneurs im EZB-Rat maßgeblich an den geldpolitischen Entscheidungen des Eurosystems beteiligt und dabei an keinerlei Weisungen gebunden.
Vorrangiges Ziel des Eurosystems ist die Gewährleistung der Preisstabilität, der Beitrag zu einer harmonischen und ausgewogenen Entwicklung des Wirtschaftslebens, ein beständiges und nicht inflationäres Wachstum sowie ein hohes Beschäftigungsniveau.
Eine weitere Aufgabe im Zusammenhang mit der Umsetzung der Geldpolitik ist die Ausgabe der Zahlungsmittel, also der Banknoten und Münzen. Um die hohen Sicherheitsstandards dieser Zahlungsmittel zu gewährleisten und betriebswirtschaftliche Vorteile zu nutzen, bedient sich die OeNB spezialisierter Tochtergesellschaften bei der Banknotenproduktion und bei der Logistik der Bargeldversorgung.
Als eine der Kernfunktionen verwaltet die OeNB neben den ihr verbliebenen Währungsreserven auch jene Reserven, die sie seit der dritten Stufe der Wirtschafts- und Währungsunion, also ab Jänner 1999, der EZB übertragen hat.

Nach abschließenden Stärkungen und Erfrischungen am Buffet, wobei wir noch erfreuliche Zahlen im Ohr hatten (z.B. wurde 2006 mit 8,2 Milliarden Euro der höchste Leistungsbilanzüberschuss der heimischen Wirtschaftsgeschichte erwirtschaftet und die OeNB-Prognosen sprechen von anhaltend starken BIP-Wachstumsraten) verließen wir das Haus mit der stolzen Vorstellung, vielleicht doch hin und wieder durch privaten Konsum dazu beigetragen zu haben.

R. J.

 

 

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