Landesstelle Oberösterreich

Exkursion bei der Firma Silhouette

Brillen, eines der wichtigsten Accessoire vieler Österreicher. Wie diese diffizilen Gebilde hergestellt werden wollten wir wissen.
Daher besichtigten wir am 10. März 2005 die
Fa. SILHOUETTE International Schmied AG in Linz

Diese Brillenfabrik ist auch heute noch ein reiner Familienbetrieb, welcher von Arnold und Anneliese Schmied im Jahre 1964 gegründet wurde. Ziel war es schon damals höchste Qualität, außergewöhnlichen Tragekomfort und modisches Design zu vereinen.
Das Unternehmen beschäftigt heute über 1.600 Mitarbeiter, davon ca. 800 in Linz. Bei Brillen ist Design der Ausdruck eines komplexen Zusammenspiels von Form und Funktion.
Die Silhouette-Kollektionen werden in mehr als 90 Länder exportiert. Das Unternehmen ist mit zehn internationalen Vertriebstöchtern auf dem Weltmarkt tätig.
Nach der Begrüßung durch Frau Bettina Obermüller, in zwei Gruppen geteilt, geführt durch die Herren Ing. Herbert Flattinger und Herrn Ing. Jürgen Reisinger machten wir uns auf den Weg durch die Fertigung.
Jeder Fertigungsschritt von der ersten Idee des Designers bis zum hochwertigen Produkt ist geprägt vom kompromisslosen Silhouette-Qualitätsanspruch. Teamarbeit von Designern, Fertigungstechnikern und kreativen Farbspezialisten lassen einen Prototyp entstehen, der vom Hausoptiker an bis zu 25 Personen getestet wird. Erst nach dieser Größenfestlegung beginnt die präzise Umsetzung in ein CAD-Modell und die Arbeit der erfahrenen Werkzeugmacher.
Für jedes Modell der Kollektion sind rund 120 exakt aufeinander abgestimmte Produktionsschritte nötig, die präzise Fertigung, Haltbarkeit und makellose Oberflächenqualität garantieren. In Handarbeit wird jede einzelne Brille komplettiert. Strenge Qualitätskontrollen während und nach der Produktion machen aus einem Brillenmodell eine echte Silhouette.
Designed, produziert und vertrieben werden Brillenfassungen aus Metall und Kunststoff.
Zuerst sahen wir den Bereich der Metallbrillenfertigung. Die oft äußerst kleinen Einzelteile werden gepresst, beschnitten, Augenringe werden gewickelt und durch Schweißen oder Hochfrequenzlöten (mit bis zu 8 Lötstellen gleichzeitig) verbunden.
Dank einer neuartigen Titanlegierung entsteht die weltweit für das einzigartige Design und die unglaubliche Leichtigkeit bekannte Silhouette Titanbrille. Die rahmenlosen Brillenmodelle sind besonders zart und zugleich extrem robust.
Wir staunten wie viele Arbeitschritte notwendig sind um solch zarte Brillen herzustellen. Diese Operationen erfordern viel Feingefühl und exakte Motorik und werden fast ausschließlich von Frauen durchgeführt.
Nach dem Schweißen werden die Teile, um alle Verunreinigungen zu entfernen, gescheuert.
Nachgereihte Arbeitsgänge sind verchromen oder vergolden. Verschiedene Modelle werden auch lackiert.
Die Endmontage und auch die Endkontrolle werden wieder durch viel viele fleißige Hände erledigt.
In der Kunststofffertigung werden die für die Kunststoffbrillen notwendigen Teile auf (Österreichischen) Spritzgussmaschinen erzeugt. Auch hier ist höchste Präzision vorgegeben.
Nach dem Bruch der Anspritzer werden diese Teile in großen Bottichen gescheuert.
In der Montage der Kunststoffbrillen werden oft winzige Teile anmontiert. Nach dem Lackieren werden verschiedene Einzelteile bedruckt. Ohne eigene Brille hätte ich das winzige Logo der Firma auf dem beschichteten Teil gar nicht sehen können. Hut ab vor der Leistung, welche diese Tätigkeit von diesen Frauen abverlangt.
Ein Roboter fertigt und fräst die Form von Sonnen- und Demolinsen.
Montiert und geprüft werden die Kunststoffbrillen wieder von Menschen.

Im eigenem Formen- und Werkzeugbau werden alle notwendigen Gesenke, Vorrichtungen und Werkzeuge hergestellt. Generell ist die Fertigungstiefe der SILHOUETTE Produkte sehr hoch.
Auch fiel uns auf, dass äußerste Ordnung und Sauberkeit im ganzen Unternehmen herrscht.
Die Arbeitsplätze sind sehr rationell aber mit vielen Grünpflanzen eingerichtet.
Der Großteil der gefertigten Brillen sind Eigenmarken. Als Lizenzmarken werden Adidas eyewear (Sportbrillen) und als exklusive Marke Daniel Swarovski Paris cristal eyewear erzeugt.
Man sieht, dass höchste Perfektion in der Umsetzung und genaueste Arbeitsabläufe notwendig ist. Gerade das Einsetzen von Kristallen zur Aufwertung der Brillen auch als Schmuckstück erfordert exakte Arbeit, ruhige Hand und viel Geduld.

Im Lager sind alle Brillen durch EDV bestimmte Lagerplätze chaotisch eingelagert.
Bis Mittag eingehende Bestellungen werden noch am gleichen Tag kommissioniert und durch Expressspeditionen ausgeliefert.
Dass solch ein österreichisches Qualitätsprodukt etwas mehr kostet als Fern Ost Importe ist uns nach der Besichtigung klar geworden.
Welchen Stellenwert das Unternehmen in der Österreichischen Wirtschaft hat wird schon durch die Verleihung des "Pegasus" (eines der wichtigsten Wirtschaftspreise in OÖ) als bester Industriebetrieb im Jahre 2002, sowie die Verleihung des Kristall-Pegasus vor einigen Monaten an den Silhouette-Gründer Herrn Arnold Schmied für das unternehmerische Lebenswerk aufgezeigt.
Als letzter Punkt, schon beim Umtrunk, erklärte und zeigte uns Frau Obermüller zusätzliche Daten und Kennzahlen des Unternehmens. Wir durften uns bei den Herren Ing. Flattinger und Ing. Reisinger, sowie Frau Obermüller für die aufgewendete Zeit und deren Auskünfte bedanken.

Hubert Rescheneder

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