Zusammenfassungen aus dem Tagesseminar des WdF

"Mut zur Veränderung - lebenslanges Lernen"

1. Vom Manager zum Unternehmer:

  1. Wichtig ist eine gute Ausbildung mit Jobration als Angestellter in der jeweiligen Firma.
  2. Glück um ein gutes Angebot für eine eigene Firma zu bekommen und Geldgeber dafür zu interessieren zu können.
  3. Für eine technologisch aufstrebende Firma ist eine gute Personalentwicklung eine notwendige Investition in die Zukunft. Schulungskosten im Wert von ca. AS 20 000,-/Person und Jahr wurden ausgegeben.
  4. Um erfolgreich zu sein müssen verkrustete Strukturen mit kontinuierlichen Verbesserungsprozessen aufgebrochen werden und Dynamik muss Einzug halten.
  5. Ein Betrieb muss laufenden Veränderungen unterliegen um nicht zurückzufallen.

Vst. Dir. Stefan Gubi

2. Übernahme eines Staatsbetriebes (Tiergarten- Schönbrunn)

  1. Am Start musste versucht werden, den Tiergarten von einem Staatsbetrieb in eine selbständige Ges.m.b.H umzubauen.
  2. Dem demotivierten Personal (war gewohnt nur einen Bruchteil der gesetzlichen Arbeitszeit zu arbeiten) musste wieder Arbeitsfreude vermittelt werden. Alkoholismus war allgegenwärtig.
  3. In Zeitalter der EDV gab es in der Verwaltung nur eine alte Schreibmaschine.
  4. Bei verderblichen Futtermitteln wurde oft ein 30-Jahresbedarf vorgefunden.
  5. Mitarbeiter müssen auch Erfahrungen aus anderen Betrieben aufnehmen können, also durch Betriebsbesichtigungen und lebenslanges Lernen die Veränderungen im eigenen Betrieb mittragen lernen.
  6. Damit ein modern geführter Betrieb entsteht kann müssen laufend Veränderungen angedacht werden.
    "Vertrauen gewinnen und respektiert werden". Nichts anderes hat man als Führungsperson zu tun, um die Mitarbeiterschaft hinter sich zu stellen.

Dr. Herbert Pechlaner

3. Was sollte in den Unternehmen getan werden?

Das Unternehmen sollte nicht wie eine geschlossenen Gesellschaft konzipiert werden, die durch stabile Regeln und tradierte Routine, zentrale Entscheidungen und strenge hierarchische Gliederung zwar Klarheit und Sicherheit vermittelt, Initiativen einzelner aber letztlich als Störungen klassifiziert und ein Handeln der Organisationsmitglieder außerhalb der vorgegebenen Rollen betrifft. Vielmehr sollte für das Unternehmen das Leitbild einer offenen Gesellschaft formuliert und mit Leben erfüllt werden, wozu Mut und Führung gehört, da es u.a. beinhaltet, dass an der Spitze des Unternehmens auf Entscheidungen in vielen Bereichen verzichtet und die entsprechende Kompetenz delegiert wird. Es gehört aber auch dazu, dass die Mitarbeiter zu selbstverantwortlichen "Bürgern" des Unternehmens werden, die – so ein modernes Konzept "organizational citizinship behavior" (OCB), zeigen. Sie entwickeln eigenverantwortlich Initiativen dort, wo sie es für notwendig halten, auch wenn ihre Stellenbeschreibung dies nicht vorsieht. Sie suchen den Informationsaustausch mit anderen auch außerhalb der Dienstwege und sind bereit, das, was andere tun als möglicherweise besser anzuerkennen, als das was längst Gewohnheit geworden ist. Zu einer derartigen Kultur gehört auch die Fehlertoleranz d.h. die Haltung, dass ein Verhalten vorzuziehen ist, das von einer innovativen Idee getragen wird und dann scheitert, als ein Verharren in zwar bewährten aber ausgefahrenen Wegen.

Prof. Dr. Lutz von Rosenstiel

4. Life Long Learning

  1. Der Umfang an Weiterbildung ist in Österreich gegenwärtig nur mäßig stark ausgeprägt, auch wenn seit 1997 das Weiterbildungsvolumen steigt. Zudem gilt es, erhebliche systemische Defizite auszumerzen wie etwa die ungleiche demographische Verteilung bei der Inanspruchnahme von Weiterbildung. Jüngere Arbeitnehmer zwischen 25 und 34 Jahren nehmen 7 mal so viel Weiterbildung in Anspruch wie ältere zwischen 55 und 64 Jahren, höher qualifizierte Mitarbeiter nehmen zudem mehr Leistung in Anspruch als weniger qualifizierte.
  2. Insgesamt entsteht dadurch die Gefahr, dass intellektuelles Alteisen herangebildet wird. Ältere Arbeitnehmer befinden sich in einer Abwärtsspirale, die durch das Nicht-Erlangen-Können von Wissen genährt wird. In der Folge sinkt die Attraktivität ältere Arbeitnehmer am Arbeitsmarkt letztendlich auch das Pensionsalter mit allen seinen negativen Auswirkungen auf die Volkswirtschaft. Zudem laufen wir Gefahr, eine Gruppe schlecht qualifizierter Rationalisierungs-Verlierer entstehen zu lassen, die mit den rasanten technischen und intellektuellen Innovationen in den Betrieben nicht mithalten konnten. Für beide Fälle gilt es, durch frühzeitige Maßnahmen die Ursachen zu bekämpfen und nicht die Wirkungen zu lindern.
  3. Lebenslanges Lernen ist keine Frage der Ausbildung sondern eine Frage der Bereitschaft jedes Einzelnen, an den Herausforderungen des Lebens zu lernen und zu wachsen. Ziel ist es, eine Atmosphäre in der Gesellschaft herzustellen, in der diese Haltung stimuliert wird, in der Fehler nicht mehr tabu sind sondern als Maß für zukünftige Verbesserungen dienen. Dieses Ziel kann nur durch umfassende Reformen im Bildungswesen erreicht werden, die den Wandel von der Wissensgesellschaft zur Lerngesellschaft beschleunigt.

Dr. Susanne Riess-Passer

5. Workshops:

A. Der Weg vom Mittelstand zum Global Player

DI. Friedrich Papst & DI. Harald Heber

B. Bedeutung der Personalentwicklung

Mag. Herbert Meusburger

C. Benchmarking in der berufsbezogenen Aus- und Weiterbildung

Dr. R. Niki Harramach

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